Seit Anfang des Jahres bin ich für die technische Betreuung und Umsetzung der Digitalisierung der Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen an der Stadtbibliothek Nürnberg zuständig.
Das gesamte Projekt trägt den Titel "Die Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen: Digitale Erschließung und Edition von Handwerkerdarstellungen des 15. - 19. Jahrhundert" und wird in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum durchgeführt - daher auch mein Engagement. Aus dem Pressetext:
Mit den so genannten Hausbüchern der Mendelschen und Landauerschen Zwölfbrüderhausstiftungen besitzt die Stadtbibliothek Nürnberg die umfangreichste und wertvollste serielle Bildquelle zum historischen Handwerk in Europa. Vom Bäcker bis zum Zimmermann, vom „Ablader“ bis zum „Zuckermacher“ schildern ihre 1.340 Darstellungen zahlreiche Herstellungsverfahren und Erzeugnisse vom 15. bis 19. Jahrhundert. Als Forschungsmaterial wie auch als Illustrationsvorlagen sind die Handwerkerdarstellungen der "Zwölfbrüderbücher" in fach- wie populärwissenschaftlicher Literatur seit langem bekannt und beliebt. Dennoch blieb ihr größter Teil bis heute unveröffentlicht.
Die Stadtbibliothek Nürnberg als Besitzerin und das Germanische Nationalmuseum als informationstechnologischer Kompetenzträger werden die Hausbücher nun erstmals komplett und gemäß aktueller Standards dokumentieren. Sie werden digitalisiert, langzeitarchiviert sowie samt vollständiger Transkription ihrer Beschriftungen und Tiefenerschließung ihrer handwerkstechnischen Ikonografie international recherchierbar als "Netzpublikation" veröffentlicht.
Es wurde im Projekt ein Rechner, eine Digitalkamera und ein Reprotisch für die Aufnahmen angeschafft. Ich kalibrierte zunächst den Rechner bzw. den farbechte Monitor und richtete die Software zur Steuerung der Kamera ein. Die Aufnahmen selbst werden im Rahmen eines Werkvertrags von einem Fotografen erstellt. Für die inhaltliche Erfassung der Daten hatte ich bereits vorher eine Online-Datenmaske erstellt, die zur netzgestützten Eingabe der Daten dient. Sind die ersten Bilder gemacht worden, werde ich sie entsprechend für das Internet aufbereiten und zusammen mit den Daten in einem ersten Prototypen online stellen. Parallel wird es eine Darstellung der Bilder mit dem neuen DFG-Viewer geben, da dies veraussichtlich ab diesem Jahr verpflichtend werden wird. Der Viewer bietet eine OAI-PMH-Schnittstelle und nimmt die Metadaten in Form von in METS eingebettetes MOD entgegen.
Weitere Informationen zum Projekt: