Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvorkommt... (Zitat: Walt Whitman Rostow, amerikan. Wirtschaftshistoriker, 1916 - 2003)
Ich bin auf eine mir bisher unbekannte Software gestoßen, die im Sektor der Museumsdokumentationssysteme für einigen Wirbel sorgen könnte.
Ende April findet in Berlin die Tagung "Digitales Kulturerbe - gemeinsam vernetzen" statt, an der ich auch teilnehmen werde. Gerade habe ich mir die Tagungsinformation (PDF) heruntergeladen und war überrascht, dort explizit den Hinweis auf eine neue Open Source Collection Management Software zu finden, die "zurzeit in den USA Furore macht". Das System namens OpenCollection entpuppt sich als Open Source Software, die ganz klassisch auf PHP5 und mySQL aufsetzt. Auf der Website wird auch eine Demo zum Ausprobieren angeboten.
Meine anfängliche Skepsis wurde nicht bestätigt. Zwar kommt die Oberfläche recht spartanisch daher, aber die Software scheint gut durchdacht zu sein und bietet einen überraschend großen Funktionsumfang. Es können Normlisten (Auhtorities) zu "Entities", "Places", "Events", "Productions", "Vocabularies" und "Collections" verwaltet werden. Neben einer klassischen Objekterfassung über ein Formular, das man aber mit individuellen Templates anpassen kann, gibt es auch ein Registrarmodul. Eine Ausleihverwaltung, eine Standortverwaltung und ein (einfaches) Reporting-System runden das Bild ab. Des weiteren kann die Software eine Reihe von Medien verwalten und sie mit beliebigen Objekten verknüpfen. Es gibt sogar eine MediaServer-Schnittstelle (z.B. für den RealNetworks Helix Server), über den sich gestreamte Inhalte (Video, Audio) einbinden lassen. Zur Ansicht von Bildern steht ein Flash-basiertes Plug-In mit dem lustigen Namen Bischen bereit.
So weit, so nett. Die echten Highlights (aus meiner Sicht) liste ich nachfolgend auf:
Zur Realisierung einer Art OPAC für den öffentlichen Zugang auf die Daten steht ein separates Modul mit dem Namen OpenCollectionAccess bereit, das ebenfalls ein guten Eindruck macht. Alles in allem klingt ist das doch sehr vielversprechend. Zur Zeit ist OpenCollection in der Version 0.53 verfügbar, was darauf hindeutet, dass im praktischen Einsatz sicher noch mit dem ein oder anderen Problem zu rechnen ist. Der Funktionsumfang ist aber schon jetzt beeindruckend, und da alles PHP und Open Source ist, sind auch genug Möglichkeiten zu individuellen Erweiterung und Modifikationen gegeben.
Das Thunderbird Add-On Display Quota ist (nun schon seit einer Weile) überflüssig.
Display Quota dient dazu, bei E-Mail-Konto, die man im Thunderbird über IMAP eingebunden hat, den bereits belegten Speicherplatz auf dem Server in Prozent (in Bezug auf den maximal verfügbaren Speicherplatz) anzuzeigen. Ich habe diese Erweiterung schon lange benutzt, und bin erst heute über einen Blogeintrag darauf gestoßen, dass sie ab Thunderbird Version 2 eigentlich überflüssig geworden ist. Auch das Rechenzentrum der Uni Erlangen gibt einen solchen Hinweis.
In den Untiefen der erweiterten Optionen finden sich drei Einstellungen, über die man die Anzeige von Quotas konfigurieren kann. Zur Änderung der Einstellung ruft man zunächst das about:config von Thunderbird auf, in dem man im Menü "Extras -> Einstellungen -> Erweitert -> Konfiguration bearbeiten" auswählt. In der Filterzeile des erscheinenden Fensters gibt man "mail.quota" ein, worauf die drei relevanten Parameter angezeigt werden.
Der Parameter "... .show" beinhaltet den Wert in Prozent, ab dem die Anzeige überhaupt erscheinen soll. Setzt man diesen Wert auf "0" wird die Quota des jeweiligen Kontos immer in der Statusleiste angezeigt. Die anderen beiden Parameter steuern, wann sich die Anzeige zur Warnung vor einer hohen Speicherbelegung gelb ("... .warning") bzw. zur Warnung bei sehr wenig verfügbarem Speicherplatz rot ("... .critical") verfärben soll.
Im Labor habe ich eine Seite zu weiteren interessante Add Ons für Thunderbird erstellt.
Mit heutigen JavaScipt-Bibliotheken und Frameworks läßt sich der berühmte Cover Flow Effekt relativ einfach auch im Webbrowser realisieren.
Der Effekt, wie iTunes oder das IPhone das Blättern durch Plattencovern ermöglichen, erfreut sich einer großen Beliebtheit. Diese als Cover Flow bezeichnete Technik wurde von dem britischen Designer Andrew Coulter Enright entwickelt und schließlich von Apple gekauft. Zur Umsetzung dieses Effekts im Internet liegt der Einsatz von Flash nahe, aber inzwischen gibt es auch viele Ansätze, die JavaScript verwenden.
Auf Basis einiger dieser Techniken habe ich einen kleinen Showcase zu Gustave Moreau gemacht, der zeigt, wie diese Technik auch im Bereich der Kunst- und Kulturgeschichte eingesetzt werden kann. Nähere Informationen gibt es im Labor. Ach ja, und das Ganze ist natürlich valides XHTML 1.0 Transitional.