Mit einem seinem neuen Produkt Pipes hat Yahoo! die Blog- und Web 2.0 Szene in Aufruhr versetzt.
Auf der Website wird die Funktionalität des Dienstes wie folgt umrissen:
Pipes is a free online service that lets you remix popular feed types and create data mashups using a visual editor. You can use Pipes to run your own web projects, or publish and share your own web services without ever having to write a line of code.
Pipes ermöglicht es, über eine sehr ansprechende AJAX-powered-Oberfläche Verarbeitungsstrecken von RSS-Feeds und anderen "Contentquellen" zu erstellen. Es stehen dabei zahlreiche Module zur Verfügung, die Filter, Suchen, Konvertierung und andere Weiterverarbeitungen von Inhalten ermöglichen, was zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten erschließt. Tim O'Reilly feiert Pipes gar als milestone in the history of the internet
. Zahlreiche weitere Blogeinträge beweisen, dass Yahoo mit seinem neuesten Dienst auf großes Interesse gestoßen ist. Ivan Hermann kann O'Reillys hohe Meinung über Pipes nicht teilen und verweist darauf, dass ähnlich Herangehensweisen und GUIs bereits in den 1990er Jahren en vogue waren, und es sich erst im Laufe der Zeit erweisen muss, ob diese Methode der "Dataflow Networks" tragfähig und zukunftsweisend ist.
Im Zusammenhang mit Pipes wird immer wieder Dapper erwähnt, dass mir bis jetzt unbekannt gewesen ist.
Dapper is a service that allows you to extract and use information from any website on the Internet. For those familiar with web services, you can think of Dapper as an API maker. For the rest of you, Dapper allows you to build web applications and mashups using data from any website without any programming.
Dapper hat zwar nicht so eine schicke Oberfläche - wie auch ein Entwickler in seinem Blog bedauernd bemerkt - bitte aber ähnliche Funktionalitäten. Auf den ersten Blick scheint es darüber hinaus aber mehr Formate (darunter XML und JSON) für die Ausgabe zu bieten, und es gibt sogar ein PHP5-SDK für den Zugriff auf Dapper-API.
Insgesamt bieten beide Dienste interessante Möglichkeiten. Allerdings erfordern sie trotz der Betonung auf ihre vermeintlich leichte Bedienung Diziplin und Logik beim Umgang mit (fremden) Daten, um sinnvolle Ergebnisse zu erzeugen. Ob das ein massentaugliche Veranstaltung sein kann, wird wohl erst die Zeit beweisen ...
Die C'T hat in Ausgabe 06/2007 das Thema aufgegriffen und in der Rubrik "Praxis" (S. 220 ff.) ein kleines Tutorial veröffentlicht.